OHREN HABEN KEINE LIDER
Roman
In „Ohren haben keine Lider“ wird die Ich-Erzählerin kurz vor der Matur über ihre Zukunftspläne befragt und trägt auf dem entsprechenden Formular die Antwort ein: „Leben. Und atmen.“
Ich wüsste nicht, wie man Monique Schwitters Texte besser charakterisieren könnte als mit dem Befund:
Sie leben. Und sie atmen.
Werner Morlang: Kleine Rede für Monique Schwitter
RESIDENZVERLAG OHREN HABEN KEINE LIDER
Ohren haben keine Lider
· Gebundene Ausgabe: 313 Seiten
· Verlag: Residenz; Auflage: 1., Aufl. (20. Februar 2008)
· Sprache: Deutsch
· ISBN-10: 3701714940
· ISBN-13: 978-3701714940
· Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,8 x 2,8 cm
1. Klappentext:
„Wenn ich es wüsste, wüsstest du es. Wenn du es wüsstest, bräuchte ich dir diese Geschichte nicht zu erzählen. Richtig? Richtig. Also?“
IN DEN TAG HINEIN LEBEN, vorhandene Muster meiden, frei sein! Das ist der feste Vorsatz des jungen Paares als es in das Mietshaus zieht. Die übrigen Hausbewohner sind in ihrer eigenen Welt verstrickt und scheinen auf geheimnisvolle Weise ineinander verwoben. Da gibt es die kinderlose Kinderärztin Conny mit ihrer Fernbeziehung, den undurchschaubaren Cellisten Jeff, die alternde, leidenschaftliche Lehrerin Frau Baumgartner und eben Agnes. Zwischen Agnes und der jungen Frau entwickelt sich ein intensives Verhältnis, ein Verhältnis der Anziehung und Abstoßung. Doch plötzlich passiert es: In der Silvesternacht kommt Agnes ums Leben und nichts ist mehr wie es war. Cut.
Die Hausgemeinschaft hat sich aufgelöst und die junge Frau begibt sich auf die Reise. Eine jahrelange Suche nach Leben, Identität und Heimat beginnt.
Monique Schwitters außergewöhnliches literarisches Talent kommt in ihrem ersten Roman zur vollen Blüte. Auf jede Psychologisierung verzichtend, dringt die Autorin umso intensiver in die schräge Welt der Protagonisten ein. Tragisch, komisch und verstörend!
2. Pressestimmen:
Eine Frauenfreundschaft, ein mysteriöser Todesfall und eine lange Suche nach sich selbst: «Ohren haben keine Lider», das Romandebüt der Schweizerin Monique Schwitter, fesselt von Seite zu Seite mehr.
BERNER ZEITUNG
Schwitter zündelt mit literarischen Gattungen. Virtuos schiebt sie ihr Figurenkabinett über die kammerspielartige WG , entfacht langsam eine amouröse Beziehung zwischen zwei Frauen und zieht dann die Spannung mit einem Mord an. Ein Kunstbuch, keine Unterhaltung. Doch liest es sich leicht. Als wäre es eine Melodie.
SONNTAGSZEITUNG, Christian Hubschmid
Schwitter schreibt einen charmanten und gewitzten Stil, erfrischend und immer ein bisschen anders als andere.
NEUE PRESSE, lyn
Wie alle langsam aber sicher auf eine Tragödie zusteuern, davon erzählt der Roman. Dass die Handlung nicht in Konventionen landet, liegt an der unkonventionellen, mal träumerisch schwebenden, dann wieder scharfsinnig ironisch gebrochenen Erzählweise Schwitters.
HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG, Jutta Rinas
Es sind betörende, ironische wie traurige Geschichten, die Monique Schwitter uns in schneller Folge vor die Augen haut – in einer Sprache, die verrät, dass sie den Menschen aufs Maul schaut, und mit Bildern, die verraten, dass sie die Dinge genau an- und gerne hinterschaut.
MITTELLANDZEITUNG, Marco Guetg
Wie schon in der kürzeren Prosa demonstriert Monique Schwitter in diesem Roman ihre erzählerische Komik und ihren subtilen Umgang mit Figuren, die sich selbst nicht sicher sind.
VOLLTEXT, Beat Mazenauer
Monique Schwitter erzählt aus einer ungewöhnlichen, manchmal sogar verstörenden Perspektive. Sie lässt ihre Figuren wunderliche Wege gehen auf der Suche nach dem eigenen Ich, nach Heimat und Liebe, und spürt ihren Gedanken und Gefühlen dabei mit allen Sinnen nach. Die Sprache schwingt in einem ganz eigenen Rhythmus.
NDR KULTUR, Katja Weise
Die Darstellung des Scheiterns gerät mit all seinen Verdrehtheiten und Zusammenbrüchen zu einer präzisen Alltagsstudie. Der Roman entwickelt sein Thema abseits der großen Gesellschaftskonflikte. Ausgelassen tobt die Autorin durch den Alltag. Ihr Talent für das Komische siedelt dicht neben dem Talent fürs Tragische. Mühelos perlen die Sätze. Die kauzigen Dialoge fädeln sich auf zu hinreißenden Figurenporträts.
NORDKURIER, Wolfgang Mahlow
In ihrem Debütroman spielt Schwitter mit einer Versuchsanordnung über das Nichtstun – und vollbringt das Kunststück, das spannend zu machen.
SIM KULTUR, Christina Böck
Bravourös spielt Schwitter mit den Facetten der Verstellungskunst. Im Mikrokosmos eines kleinen Mietshauses benehmen sich die Bewohner allesamt wie rätselhafte Darsteller auf der Bühne ihres eigenen Lebens.
BRIGITTE OESTERREICH
Monique Schwitter gelingt es, das Schwere mit Witz und Leichtigkeit zu erzählen. In keinem Moment verschleiert dieser Text, dass es sich bei diesem Erzählen nicht um eine Wiederholung des wirklichen Lebens, sondern um eine Erkundung von Lebensmöglichkeiten, die Konstruktion eines Ichs und seiner Geschichte handelt. Und dabei ist er doch voller Leben und Wirklichkeit. Das macht seinen Reiz und seine Wahrheit aus.
NEUE LUZERNER ZEITUNG, Urs Bugmann
Der Anfang kann an Hofmannsthals Ballade des äußeren Lebens ("Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen ... und alle Menschen gehen ihre Wege") denken lassen, es folgt allerdings eine gegenwärtige Ausführung, eine gelungene, fein ironische Prosa mit skurrilen Finessen in ansprechender Komposition. (...) Ihr Prosanetz knüpft Schwitter ebenso einsichtig wie hintergründig... (...) Sie schafft eine schräge Welt, deren Tiefen sich nicht über Psychologisierung erschließen, sondern in einer präzisen, eigenen Sprache, die erotische Konnotationen und ironische Lagen mitschwingen lässt. Am Ende steht nicht die Traurigkeit (wie Hofmannsthals "und dennoch sagt der viel, der ,Abend' sagt"), sondern das Lachen.
DER STANDARD, Klaus Zeyringer
Wie nur ganz wenige Autorinnen und Autoren im deutschsprachigen Raum verfügt Monique Schwitter über die rare Gabe, den Leser schon nach wenigen Sätzen gleichsam bei der Hand zu nehmen, um ihn in eine, ihre Erzählwelt zu führen, die ausgefüllt ist mit einer Unzahl von Geschichten. (...) ... Satz für Satz geht es voran, in der Leuchtspur der Wörter. Weil fast jeder Satz überraschend ist, ist auch kaum ein Schritt der Geschichte vorhersehbar. Eine große, wunderbare Basis für ebenso große wunderbare Erzählkunst. (...)
KLEINE ZEITUNG, Werner Krause
In einer direkten, schnörkellosen Sprache treibt Monique Schwitter ihre Protagonistin durch diese leicht erzählte Tragödie, in der die Menschen Liebe mit Macht verwechseln.
WOZ, Johanna Lier
Der Roman legt gekonnt Fallstricke, die den Leser gemein irritieren können.
FLAIR
Eine lebendige, unaufgeregte Erzählung, die im zweiten Teil zeigt: Es gibt immer verschiedene Wahrheiten.
KURIER, Caro Wiesauer
Monique Schwitter (...) verleiht in ihrem Debüt "Ohren haben keine Lider" einem altbekannten Thema einen überraschend frischen Sound.
PROFIL, Karin Cerny
Das ist vielleicht keine übermäßig originelle Versuchsanordnung für einen Roman: eine Hausgemeinschaft im Zürich des Jahres 1994, ein junges Paar, beide zwanzig, eine ältliche Lehrerin, eine Studenten-WG, ein Cello spielender Amerikaner, eine Schneckenhäuser malende, kinderlose Kinderärztin, eine ätherische Blumenfreundin und ihr kotzengrober Liebhaber. Und doch hat Monique Schwitter, 1972 in Zürich geboren, daraus eines der originellsten und pfiffigsten Bücher der letzten Jahre gemacht.
FALTER, Daniela Strigl
... dass sie zu den originellsten und witzigsten Stimmen unter den jüngeren Autoren des deutschen Sprachraums zählt. (...) Ihren charmanten, zwischen burschikoser Schnoddrigkeit und pseudonaiver Arglosigkeit changierenden Ton hat sie auch in ihrem Romandebüt beibehalten...
TAGESANZEIGER, Klaus Nüchtern
Ein vielversprechender Romanerstling... APA
Monique Schwitter hat ein eigenwilliges Buch geschrieben - zwischen Trauer und Komik, Verstörtheit und der Sehnsucht nach Liebe und Nähe. Jede Figur hat ihre eigene Musik (...) der Roman nun ist ein Ohrenbuch.
SCHWEIZER ILLUSTRIERTE, Isabell Teuwsen
Nicht minder präsent ist Schwitters Schreibe. Zunächst einmal: Sie hat eine. Die hat etwas Unverschämtes, äußerst Direktes, manchmal auch Verstörendes. (...) Musik, Klänge, Geräusche spielen in "Ohren haben keine Lider" eine entscheidende Rolle. Sie markieren Reviere, kündigen Stimmungen an, ersetzen gelegentlich den Dialog. Ohne die Geschichte zu aufdringlich mit Symbolik zu überfrachten, nutzt Schwitter das eigentlich eher filmische Mittel der akustischen Untermalung in ihrem Text sehr klug und aufmerksam.
HAMBURGER ABENDBLATT, Maike Schiller
Zeitgenössische Literatur, Drama, Krimi, Liebesgeschichte, Roman einer persönlichen Entwicklung - alles findet sich ein Stück weit in diesem Roman wieder. (...) ...wenn man das Buch zuklappt, geht es einem dann doch letztlich wie der Erzählerin: Man geht weiter, sieht nach vorn. Ein Buch wie ein (Stück aus einem) Leben.
SANDAMMEER, Tanja Thome
Monique Schwitter ist ihrem Romanensemble zärtlich nahe und geht deren seelischen Deformationen entsprechend sehr behutsam vor im Beziehungsknüpfen. Indem sie in ihren lakonischen Duktus dramatische und Folgen zeitigende Sequenzen einflicht, setzt sie im Leser ihres feinsinnigen Vademecums angewandter Lebenskunst einen Prozess in Gang: aus Anteilnahme wird Eingenommensein, aus Mitleben ein banges Hoffen und Weiterspinnen - denn „jede Geschichte verlangt nach anderen Geschichten.“
POETENLADEN, Roland Steiner